lulugirl@photobucket Wohin bewegt sich die Medienlandschaft? iPad oder Android?

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Verlage sehen im Mobile Publishing die Rettung vor dem Aussterben. Apple ebnete mit dem iPad den Weg für die Printmedien in die Zukunft. Mit Android 3.0 hat Apple aber starke Konkurrenz bekommen.

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Vor einem Jahr gab es klare Verhältnisse in der Medienlandschaft. Überall auf der Welt setze ein nie dagewesenes Zeitungssterben ein. Rettung brachte das iPad und die neuen Möglichkeiten des Mobile Publishing. Innerhalb der letzten 12 Monate sprangen alle bekannten Zeitungen auf den Zug auf. Sei es der Spiegel, die Süddeutsche Zeitung, die BILD, usw. – alle sind sie mit einer eigenen iPad-App im iTunes-Store vertreten. Inzwischen gibt es mit The Dialy eine nur für das iPad konzipierte Zeitung. Umsatzbeteiligung, Zugriff auf Kundendaten und Apples eigene Content Policy sind nur eine Auswahl an Bedingungen, die die Verlage akzeptieren mussten. Doch die Zeiten ändern sich.

2011 steht der Siegeszug der Tablets an. Apple schaffte mit seinem iPad dafür die Grundlage. Viele Hersteller nutzen das Verlangen der User nach Tablets und bieten in Zusammenarbeit mit Google eigene Geräte, die mit dem speziell für Tablets entwickeltem Android 3.0 (Honeycomb) laufen. Auch wenn Google gerade die Regeln zu seinen Gunsten ändert (wir berichteten), stellte Android als Open-Source-Betriebssystem doch eine attraktive Alternative für die Hersteller dar, die preisgünstig auf den von Apple geschaffenen Markt in Konkurrenz zu Apple treten konnten. Die neuen Tablets stehen dem iPad in nichts mehr nach. Auf dem Smartphone-Markt hat Google Apple bereits überholt und Ende 2011 wird dies bei Tablets wahrscheinlich ebenso der Fall sein.

Die Verlage wird es freuen, bietet sich nun ein zweiter Markt bzw. eine Ausweichmöglichkeit an, wenn Apple weiterhin zu harte Bedingungen stellen sollte. Es wundert daher nicht, dass sogar The Dialy nun bald auch auf Android-Tablets zu lesen sein wird und andere Zeitungen und Magazine bereits Android-Varianten ankündigen, wenn auch noch nicht viel davon zu sehen ist. Die Richtung ist klar – weg von Apple. Doch bedeutet das auch gleichzeitig hin zu Android?

Vortrag bei der Social Media Week: Rise of Mobile Publishing

Wie Apple, verlangt auch Google 30 Prozent der Verkaufserlöse. Apple fordert aber durch das System des In-App-Billings weitere 30 Prozent von allen später erzielten Gewinnen, obwohl sie nichts weiter tun als die App zu zulassen. Die ganze Arbeit bleibt bei den Verlagen. Google könnte ähnliche Wege einschlagen, zumindest befürchten das die Medienunternehmen und Googles schlagartig geänderte Open-Source-Politik in Bezug auf die Offenlegung des Honeycomb-Codes belegen Googles Sprunghaftigkeit. Vertrauen hat man sich damit nicht geschaffen.

Medienunternehmen haben deshalb bereits begonnen Alternativen zu entwickeln. Und die Antwort liegt wie so oft im Web. Durch HTML5 und CSS3 ist es möglich, Web-Apps zu bauen, die unabhängig vom Betriebssystem über den Browser aufgerufen werden. Multimediainhalte lassen sich auf die Weise abseits von Content Policies verbreiten und über Micropayment zu Geld verwerten. Besonders die Porno-Industrie beweist schon, wie beim Video-Streaming, einen Riecher für den Fortschritt und setzt demnächst nur noch auf HTML5. Es wäre nicht das erste Mal, dass Unterhaltungsmedien dem Beispiel der Porno-Industrie folgen.

Apples Monopol scheint gebrochen zu sein. Google kann durch moderate Rahmenbedingungen durchaus zur ersten Wahl der Verlage werden und die Zukunft des Mobile Publishing mitgestalten, doch das Web bietet ebenso ungenannte Möglichkeiten. Weitere Spieler wie RIM mit seinem Playbook, Motorola mit seinem Web-Betriebssystem oder Windows, werden das Spielfeld betreten und mitmischen wollen. Doch wie Tolstoi schon in Anna Karenina schrieb, der Reiz der Vielfalt besteht immer aus Licht und Schatten.